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I Honekamp
Die Zeitschrift für
Nachwuchswissenschaftler steht vor ihrem ersten Geburtstag. Grund genug,
die Erfahrungen, Motivationen und Wirkpotenziale dieses kostenfreien
interdisziplinären Open-Access-Journals Revue passieren zu lassen. Die
Mitarbeiter unserer Zeitschrift engagieren sich auf Kongressen, geben
Interviews und gehen Kooperationen mit anderen Institutionen ein, die
sich der Förderung von Nachwuchswissenschaftlern verschrieben ha-ben
(Honekamp u. Wojtera 2010, Honekamp, Wojtera u. Meissner 2010, Reinboth
2010). Das Feedback ist von allen Seiten überwiegend positiv. Auch von
den Reviewern erhalten wir vornehmlich Zuspruch.
Mit diesem Engagement setzen alle Beteiligten den initialen Impuls der
Zeitschrift um, aktuelle wissenschaftliche Perspektiven und virulente
Fragestellungen öffentlich zu machen und dergestalt einem
interdisziplinären Diskurs auszusetzen. Ein Anspruch, dem die
arrivierten (Print-)Journals heute nicht mehr genügen, da sie in aller
Regel dem wissenschaftlichen Mainstream folgen und die Arbeiten unserer
Nachwuchskräfte gar nicht erst wahr- geschweige denn ernst nehmen. Nach
unserer Einschätzung hätte die Mundpropaganda dafür sorgen sollen, dass
Bachelor-, Diplom- und Masterstudenten sowie Wissenschaftliche
Mitarbeiter ihre Arbeiten hier einreichen. Und unser Erstaunen ist groß
darüber, dass dies nicht in dem erwarteten Maße geschieht und die
vorliegende zweite Ausgabe daher mit zweimonatiger Verspätung erscheinen
muss. Brauchen also die Nachwuchswissenschaftler im deutschsprachigen
Raum eine solche Zeitschrift überhaupt? Oder braucht der Weg der
Wissenschaft in diese Richtung einfach nur mehr Zeit? Der umfangreiche
Zuspruch sowie die Unterstützung durch neue Fachredakteure und Lektoren
ermutigen uns. Bis hierhin bleibt die Frage daher erst einmal
unbeantwortet, wir werden aber auf sie zurückkommen. Zunächst werden wir
weiter alles geben, um Nachwuchswissenschaftlern eine Plattform zum
Kommunizieren neuer Ideen und Projekte sowie aktueller Arbeits- und
Forschungsberichte zu geben.
Die zweite Ausgabe konzentriert sich auf die Wirtschaftswissenschaften.
Der erste Fachartikel aus dem Bereich der Gesundheitsökonomie analysiert
den Einfluss der Umwelt auf die Gesundheit mittels einer
Mehrebenenanalyse. Um die Alterssicherung geht es in dem zweiten
Beitrag, in dem die Rentensysteme nach Bismarck und Beveridge bezüglich
ihrer Systemwirkung auf Arbeitsmarkt, Versorgungsniveau, Altersarmut und
Rentenverteilung verglichen werden. Der dritte Artikel aus dem
Fachgebiet E-Health evaluiert die elektronische Gesundheitsakte in
Österreich bezüglich funktionaler Benutzeranforderungen.
In einer englischsprachigen finanzwissenschaftlichen Fallstudie wird
anschließend die Entwicklung des Finanzsektors in Mexiko zwischen 1975
und 2009 dargestellt und analysiert. Der begutachtete Teil wird dann mit
einem ebenfalls englischsprachigen Kurzbeitrag aus dem Bereich der
Finanzmathematik über die vergleichende Analyse kointegrationsbasierter
Index-Tracking Portfolios abgeschlossen.
Wie die letzte wird auch diese Ausgabe mit zwei Arbeitsberichten
abgeschlossen. Der erste beschreibt, wie Coaching in
Veränderungsvorhaben sinnvoll unterstützen kann. In dem zweiten wird auf
die neuen Führungspositionen in der Wissenschaft eingegangen, welche die
Wege junger Wissenschaftler bahnen sollten, aber das Karrieresystem nur
wenig verändert haben.
Die nächste Ausgabe wird sich im Schwerpunkt mit der Germanistik,
Literatur- und Textwissenschaft befassen und wir bedanken uns schon an
dieser Stelle für die eingereichten Beiträge. Ebenfalls soll hier
unseren Fachredakteuren gedankt werden, die sich ehrenamtlich nicht nur
intensiv mit den eingereichten Beiträgen auseinandersetzen und die
Autoren unterstützen, sondern auch zukünftige Ausgaben verantwortlich
übernehmen. Wer Erfahrungen auf dem Gebiet der wissenschaftlichen
Publikation gewinnen möchte, der ist herzlich eingeladen, uns bei der
redaktionellen Arbeit zu unterstützen. Wir suchen noch Fachredakteure,
englischsprachige Lektoren, Webdesigner und Layouter. Abschließend sei
Holger Lange und Nicoletta Wojtera für das Korrektorat aller
deutschsprachigen Artikel gedankt. Letzterer danke ich auch für die
Unterstützung bei der Erstellung dieses Editorials.
Ivonne Honekamp
Herausgeberin der Zeitschrift für Nachwuchswissenschaftler
Referenzen
1. Honekamp W, Wojtera N (2010): Die Zeitschrift für
Nachwuchswissenschaftler. Posterpräsentation auf der 11.
Nachwuchswissenschaftlerkonferenz, Schmalkalden, 14. April 2010
2. Honekamp W, Wojtera N, Meissner K (2010):
Fee-Free-Open-Access-Journals - Vor- und Nachteile. In: Fachhochschule
Schmalkalden (Hrsg.): Tagungsband der 11.
Nachwuchswissenschaftlerkonferenz der Fachhochschulen Sachsens,
Sachsen-Anhalts und Thüringens am 14. April 2010
3. Reinboth C (2010): Quo vadis Open Access? Ein Interview mit dem
Herausgeber der ersten deutschsprachigen interdisziplinären Free Open
Access-Zeitschrift. Interview auf ScienceBlogs vom 22.04.2010
URL: http://www.nachwuchswissenschaftler.org/2010/1/08/
URN: urn:nbn:de:0253-2010-1-08
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