Zeitschrift für Nachwuchswissenschaftler
German Journal for Young Researchers

Editorial

Online publiziert am 08.06.2010


 

Ist die Zeit schon reif für eine Zeitschrift für Nachwuchswissenschaftler

I Honekamp

Die Zeitschrift für Nachwuchswissenschaftler steht vor ihrem ersten Geburtstag. Grund genug, die Erfahrungen, Motivationen und Wirkpotenziale dieses kostenfreien interdisziplinären Open-Access-Journals Revue passieren zu lassen. Die Mitarbeiter unserer Zeitschrift engagieren sich auf Kongressen, geben Interviews und gehen Kooperationen mit anderen Institutionen ein, die sich der Förderung von Nachwuchswissenschaftlern verschrieben ha-ben (Honekamp u. Wojtera 2010, Honekamp, Wojtera u. Meissner 2010, Reinboth 2010). Das Feedback ist von allen Seiten überwiegend positiv. Auch von den Reviewern erhalten wir vornehmlich Zuspruch.
Mit diesem Engagement setzen alle Beteiligten den initialen Impuls der Zeitschrift um, aktuelle wissenschaftliche Perspektiven und virulente Fragestellungen öffentlich zu machen und dergestalt einem interdisziplinären Diskurs auszusetzen. Ein Anspruch, dem die arrivierten (Print-)Journals heute nicht mehr genügen, da sie in aller Regel dem wissenschaftlichen Mainstream folgen und die Arbeiten unserer Nachwuchskräfte gar nicht erst wahr- geschweige denn ernst nehmen. Nach unserer Einschätzung hätte die Mundpropaganda dafür sorgen sollen, dass Bachelor-, Diplom- und Masterstudenten sowie Wissenschaftliche Mitarbeiter ihre Arbeiten hier einreichen. Und unser Erstaunen ist groß darüber, dass dies nicht in dem erwarteten Maße geschieht und die vorliegende zweite Ausgabe daher mit zweimonatiger Verspätung erscheinen muss. Brauchen also die Nachwuchswissenschaftler im deutschsprachigen Raum eine solche Zeitschrift überhaupt? Oder braucht der Weg der Wissenschaft in diese Richtung einfach nur mehr Zeit? Der umfangreiche Zuspruch sowie die Unterstützung durch neue Fachredakteure und Lektoren ermutigen uns. Bis hierhin bleibt die Frage daher erst einmal unbeantwortet, wir werden aber auf sie zurückkommen. Zunächst werden wir weiter alles geben, um Nachwuchswissenschaftlern eine Plattform zum Kommunizieren neuer Ideen und Projekte sowie aktueller Arbeits- und Forschungsberichte zu geben.
Die zweite Ausgabe konzentriert sich auf die Wirtschaftswissenschaften. Der erste Fachartikel aus dem Bereich der Gesundheitsökonomie analysiert den Einfluss der Umwelt auf die Gesundheit mittels einer Mehrebenenanalyse. Um die Alterssicherung geht es in dem zweiten Beitrag, in dem die Rentensysteme nach Bismarck und Beveridge bezüglich ihrer Systemwirkung auf Arbeitsmarkt, Versorgungsniveau, Altersarmut und Rentenverteilung verglichen werden. Der dritte Artikel aus dem Fachgebiet E-Health evaluiert die elektronische Gesundheitsakte in Österreich bezüglich funktionaler Benutzeranforderungen.
In einer englischsprachigen finanzwissenschaftlichen Fallstudie wird anschließend die Entwicklung des Finanzsektors in Mexiko zwischen 1975 und 2009 dargestellt und analysiert. Der begutachtete Teil wird dann mit einem ebenfalls englischsprachigen Kurzbeitrag aus dem Bereich der Finanzmathematik über die vergleichende Analyse kointegrationsbasierter Index-Tracking Portfolios abgeschlossen.
Wie die letzte wird auch diese Ausgabe mit zwei Arbeitsberichten abgeschlossen. Der erste beschreibt, wie Coaching in Veränderungsvorhaben sinnvoll unterstützen kann. In dem zweiten wird auf die neuen Führungspositionen in der Wissenschaft eingegangen, welche die Wege junger Wissenschaftler bahnen sollten, aber das Karrieresystem nur wenig verändert haben.
Die nächste Ausgabe wird sich im Schwerpunkt mit der Germanistik, Literatur- und Textwissenschaft befassen und wir bedanken uns schon an dieser Stelle für die eingereichten Beiträge. Ebenfalls soll hier unseren Fachredakteuren gedankt werden, die sich ehrenamtlich nicht nur intensiv mit den eingereichten Beiträgen auseinandersetzen und die Autoren unterstützen, sondern auch zukünftige Ausgaben verantwortlich übernehmen. Wer Erfahrungen auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Publikation gewinnen möchte, der ist herzlich eingeladen, uns bei der redaktionellen Arbeit zu unterstützen. Wir suchen noch Fachredakteure, englischsprachige Lektoren, Webdesigner und Layouter. Abschließend sei Holger Lange und Nicoletta Wojtera für das Korrektorat aller deutschsprachigen Artikel gedankt. Letzterer danke ich auch für die Unterstützung bei der Erstellung dieses Editorials.

Ivonne Honekamp
Herausgeberin der Zeitschrift für Nachwuchswissenschaftler

Referenzen
1. Honekamp W, Wojtera N (2010): Die Zeitschrift für Nachwuchswissenschaftler. Posterpräsentation auf der 11. Nachwuchswissenschaftlerkonferenz, Schmalkalden, 14. April 2010
2. Honekamp W, Wojtera N, Meissner K (2010): Fee-Free-Open-Access-Journals - Vor- und Nachteile. In: Fachhochschule Schmalkalden (Hrsg.): Tagungsband der 11. Nachwuchswissenschaftlerkonferenz der Fachhochschulen Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens am 14. April 2010
3. Reinboth C (2010): Quo vadis Open Access? Ein Interview mit dem Herausgeber der ersten deutschsprachigen interdisziplinären Free Open Access-Zeitschrift. Interview auf ScienceBlogs vom 22.04.2010

URL: http://www.nachwuchswissenschaftler.org/2010/1/08/

URN: urn:nbn:de:0253-2010-1-08

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