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A Ströher1
1 UMIT - Private Universität für Gesundheitswissenschaften,
Medizinische Informatik und Technik, Department für Human- und
Wirtschaftswissenschaften
Zusammenfassung
Die Einführung der elektronischen Gesundheitsakte, kurz ELGA, in
Österreich ist ein seit längerer Zeit kontrovers diskutiertes Thema.
Gerade in den letzten Monaten waren vermehrt Lebenszeichen der ELGA in
der Presse zu finden, deren Umsetzung Teil der aktuellen
Regierungsvereinbarung ist. Zudem wurden in vielen Gesprächen im Rahmen
des Studiums immer wieder Vorwürfe geäußert, dass die Vorgaben seitens
der Arbeitsgemeinschaft ELGA (ARGE ELGA) zu sehr techniklastig seien,
während die Forderungen der einzelnen zukünftigen Benutzer nicht oder zu
wenig Beachtung finden. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde
erarbeitet, wie sehr sich wirklich die Vorgaben seitens der ARGE ELGA
auf den Bereich Technik konzentrieren bzw. welche Benutzeranforderungen
bereits definiert wurden. Im nächsten Schritt wurden mittels eines
problemzentrierten Interviews verschiedene Benutzergruppen der geplanten
ELGA zu deren funktionalen Benutzeranforderungen befragt. Die
ausgewählten Stakeholder waren: Ärzte, Apotheker, Soziale Dienste und
Vertreter von Selbsthilfeorganisationen.
Aus den durchgeführten 29 Interviews wurde im Anschluss eine Auswertung
von funktionalen Benutzeranforderungen für die bislang beschriebenen
Kernanwendungen der ELGA (Portal, e-Arztbrief, e-Befund Labor/Radiologie
und e-Medikation) erstellt. So wurde am Vordringlichsten die Einführung
einer elektronischen Medikamentenübersicht bzw. der e-Impfpass
gewünscht. Aber auch die Möglichkeit zur Präsentation der Selbsthilfe im
Rahmen des ELGA-Portals war ein Punkt mit hoher Zustimmung. Demgegenüber
wurde der Vorschlag des Versteckens von Dokumenten bzw. der
Online-Kontakt mit dem behandelnden Arzt deutlich abgelehnt. Als
Ergebnis wird zusammengefasst, dass derzeit keine ausreichende
Definition von funktionalen Benutzeranforderungen für die elektronische
Gesundheitsakte verfügbar ist. Die aus den Interviews erarbeiteten
Anforderungen stellen aufgrund des geringen Stichprobenumfangs aller
Wahrscheinlichkeit nach auch nur die Spitze eines Eisberges dar.
Schlüsselwörter: Elektronische Gesundheitsakte, Funktionale
Benutzeranforderung, Evaluierung, Österreich
The electronic health record (EHR) in Austria - An evaluation in terms
of functional user requirements
Abstract
The introduction of an electronic health record or ELGA (abbreviated
from the German "elektro-nische Gesundheitsakte") in Austria has for a
long time been a hotly debated subject. Just in the last few months,
ELGA, the implementation of which is part of the current government
agreement, was showing increased signs of life in the press. In addition,
during conversations in the course of my studies, accusations have again
and again been made that the specifications from the ELGA work-ing group
(ARGE ELGA) have been too focussed on technology, whilst the demands of
the indi-viduals who will be using ELGA were either not or were not
sufficiently taken into account. In the course of this work, the extent
to which the specifications from ARGE ELGA actually concentrate on the
field of technology and which user requirements were already defined
were determined. In the next step, various stakeholders in the planned
ELGA were asked about their functional user re-quirements by means of a
problem-focussed interview. The stakeholders chosen were: doctors,
pharmacists, social services and representatives from self-help groups.
A catalogue of functional user requirements for the hitherto described
core applications of ELGA (Portal, e-Arztbrief [electronic doctor's
letter], e-Befund Labor/Radiologie [electronic lab/radiology results]
and e-Medikation [electronic medication]) was subsequently created from
the 29 interviews carried out. Thus, the most urgently desired was the
introduction of an electronic medicines over-view or the electronic
immunisation pass, respectively, but the possibility of presenting
self-help in the context of the ELGA Portal was also a point that
attracted much support. In contrast, the suggestion of hiding some
documents or online contact with the treating doctor was clearly
rejected. It can be concluded as a result of this work that there is
currently no satisfactory definition available for functional
requirements for the electronic health record. The requirements prepared
from the interviews also – due to the small sample size – in all
likelihood represent just the tip of the iceberg.
Keywords: Electronic health record, Functional user requirements,
Evaluation, Austria
Zu zitieren als:
Ströher A: Die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) in Österreich - Eine
Evaluierung in Bezug auf funktionale Benutzeranforderungen. Zeitschrift
für Nachwuchswissenschaftler 2010/2(1)
Please cite as:
Ströher A: The electronic health record (EHR) in Austria - An evaluation
in terms of functional user requirements. German Journal for Young
Researchers 2010/2(1)
URL: http://www.nachwuchswissenschaftler.org/2010/1/28/
URN: urn:nbn:de:0253-2010-1-28
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